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37-Monats-Tief: Beschäftigungsindex in Chinas Produktionssektor im Sturzflug

Februar 12, 2017 - Märkte
37-Monats-Tief: Beschäftigungsindex in Chinas Produktionssektor im Sturzflug

Zwar konnte sich der HSBC Einkaufsmanagerindex für China im April von 48,3 auf 49,3 Punkte verbessern. Allerdings kommt wenig Freude auf, wenn man die Entwicklung von einigen der wichtigsten Subindizes berücksichtigt. Trotz des Anstiegs gegenüber dem Vormonat verharrt Chinas Produktionsindex nun bereits seit sechs Monaten in Folge im Schrumpfungsmodus. Anlass zur Sorge gibt vor allem der Beschäftigungsindex im produzierenden Gewerbe, der auf ein 37-Monats-Tief sank. Anzeichen für eine baldige Wiederbelebung dieses immens wichtigen Sektors sind dies ganz sicher nicht.

Die Beschäftigung in Chinas Produktionssektor sinkt mit der rasantesten Geschwindigkeit innerhalb der letzten drei Jahre

Der allgemeine Produktionsausstoß verringerte sich in China im Monat April zum zweiten Mal in Folge, wenn auch nicht mehr ganz so stark wie im Monat März. Dies zeigen die neuesten Daten aus der Umfrage zur Berechnung des HSBC Einkaufsmanageindexes. Laut den Umfrageteilnehmern leiden die Unternehmen zurzeit unter rückläufigen Auftragseingängen, was vielerorts durch eine sinkende Fabrikproduktion reflektiert wird. Darüber hinaus haben sich Bedingungen an den globalen Märkten im Vergleich mit dem Vormonat kaum verbessert. Vor allem die Hersteller von Konsumgütern berichteten über eine rückläufige Akquisition neuer Aufträge – allerdings mit der geringsten Geschwindigkeit in den letzten sechs Monaten. Im Gegensatz dazu wuchs die Anzahl neuer Exportaufträge im Vergleich mit dem Monat März leicht.

Der HSBC Einkaufsmanagerindex für China schrumpfte im April den sechsten Monat in Folge / Quelle: Markit

Unterdessen fuhren die Unternehmen im April damit fort, die Anzahl ihrer Mitarbeiter teils deutlich zu reduzieren. Der gemeldete Jobabbau erfolgte in der rasantesten Geschwindigkeit innerhalb der letzten 3 Jahre. Laut eigener Aussage passen die befragten Unternehmen ihre Mitarbeiteranzahl im Moment an die neuen Gegebenheiten ihrer Auftragslage an. Demnach besteht ein Überhang an Arbeitskräften, der nun abgebaut wird. Demgegenüber konnten sich die Bestellungen gegenüber dem Vormonat leicht erholen. Allerdings teilte eine Mehrheit der befragten Unternehmen mit, die Bestände in ihren Lagerhäusern weiter dezimieren zu wollen, bevor neue Bestellungen getätigt würden. Diese Entwicklung weist auf die Befürchtung eines sich in den kommenden Monaten reduzierenden Auftragsvolumens hin. In diesem Kontext warnen Analysten und Beobachter immer wieder vor der Tatsache, dass die meisten Länder der Europäischen Union wieder in die Rezession abgedriftet sind. Daraus dürfte in den nächsten Wochen eine sich merklich reduzierende Nachfrage nach chinesischen Importgütern resultieren. Auch Chinas Nachfrage nach Rohstoffen hat sich im April weiter abgeschwächt – eine Tatsache, die einen Hinweis auf das Bevorstehen neuer Turbulenzen in der Weltwirtschaf geben könnte.

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